Fernseh-Liebling Roman Kilchsperger (39) zeigt sich eine Woche vor dem Start der SF-Serie «Die grössten Schweizer Hits» von einer ungewöhnlich freimütigen Seite. Hinter dem Sonnyboy verbirgt sich ein nachdenklicher und ehrlicher Mensch.
VON KURT-EMIL MERKI, CLAUDIA MARINKA
Herr Kilchsperger, in einer Woche startet die vierte Staffel der «Grössten Schweizer Hits». Sie sind erneut auf dem Sofa dabei. Weshalb?
Der Sonntagabend ist für mich ein Fernsehabend. Ich würde die Sendung also sowieso schauen. Und im Beisein von Viola jeweils sagen, was es dazu zu sagen gibt. So sitze ich nun halt mit zwei Herren, die beide gefärbte Haare haben, und der hübschen Francine Jordi in der gemütlichen Sofa-Runde, habe Spass – und verdiene Geld. Das ist wie bezahlter Urlaub.
Sie reden mit viel Begeisterung von Francine Jordi. Treffen Sie sie hin und wieder privat?
Wir haben gelegentlich SMS-Kontakt. Wenn sie irgendwo mal kurz Radio Energy gehört hat, schreibt sie mir ein «Halihalo». Um sich zu treffen, hat sie zu viel zu tun und wohnt zu weit weg. Wenn sie in der Nähe leben würde, wäre sie durchaus eine Frau, die mir nahe kommen könnte. Sie ist herzlich und herzig. Francine ist aber eher der Schätzeli- als der Affären-Typ. Mit ihr verbringt man nicht eine wilde Nacht, sondern man heiratet sie.
Zurück zu den «Grössten Schweizer Hits». Die Serie, behaupten wir jetzt einmal, wird dieses Jahr noch weniger Zuschauer anziehen als 2008. Solche Überlegungen machen Sie sich nicht?
Doch, natürlich. Dieses Format wird wohl eine ähnliche Entwicklung durchmachen wie «Muscic Star»: Man schaut die Sendung zwar nach wie vor ganz gern, auch wenn sie nicht mehr ein absolutes Must ist.
Für Sie spielt es keine Rolle, wenn Ihr Name mit dem Niedergang einer Sendung in Verbindung gebracht wird?
Bis jetzt war ich nicht schuld daran, dass die Sendung ein Erfolg war, da wäre es doch eigenartig, wenn ich nun für den Misserfolg verantwortlich gemacht würde. Ich habe SF übrigens vorgeschlagen, die Zusammensetzung der Sofa-Runde zu überdenken. Offenbar ist man beim Sender aber der Ansicht, dass uns das Publikum weiter hören und sehen will.
Das Schweizer Fernsehen hat offensichtlich Mühe, ein erfolgreiches Format rechtzeitig vom Sender zu nehmen.
Es kann tatsächlich der Eindruck entstehen, dass man sich bei SF etwas zu lange an Sendungen klammert, die funktionieren. Doch wie so oft: Gescheiter ist man erst im Nachhinein.
Sie halten «Deal or no deal» seit über fünf Jahren die Treue.
Ich hätte nie geglaubt, dass diese Sendung so lange Erfolg haben würde. Das ist wirklich eine Phänomen. Mittlerweile habe ich mich mit der Sendung angefreundet, stehe voll zu ihr.
Und wenn die Sendung etwas in Vergessenheit zu geraten droht, lancieren Sie flugs einen kessen Spruch zu den Money Girls.
Bei «Deal or no deal» bin ich unterdessen zur Randfigur geworden. Jedes Money Girl ist bekannter als ich. Von mir aus dürfte jede Woche ein Girl seine Brüste öffentlich zeigen. Der Zeitung habe ich entnommen, dass sie von SF gebremst wurden. Das finde ich völlig falsch, denn das ist beste Promotion für die Sendung. Es kann doch nichts besseres passieren, als Statistinnen zu haben, die sich für eine Sendung so ins Zeug legen.
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Foto: André Albrecht |