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| Ausgabe vom 29.05.2011 |
Überraschung: SVP-Bundesrat Ueli Maurer verteidigt Atom-Ausstieg
Freikirchen werben offensiv um Kinder und Jugendliche FDP-Präsident fordert Christoph Blocher zu Streitgespräch heraus Nationalrat: Hauchdünne Mehrheit für Atom-Ausstieg - 99 zu 96 Bern. Bei der Abstimmung um den Atom-Ausstieg am 8. Juni zählt jede Stimme. Die Nase vorn haben die AKW-Gegner, wie eine Umfrage der Zeitung «Der Sonntag» bei allen CVP-Nationalräten zeigt: 22 schliessen sich dem Bundesrat an und wollen am 8. Juni den Verzicht auf neue AKW ins Gesetz. Grüne, Grünliberale, SP, EVP und BDP stimmen dem Ausstieg geschlossen zu. Zu ihnen gesellen sich mindestens drei FDP-Nationalräte: Peter Malama (BS), Otto Ineichen (LU) und Ruedi Noser (ZH). Die drei versichern der Zeitung «Der Sonntag» auf Anfrage, dass sie Ja stimmen wollen zu den Motionen von Roberto Schmidt (CVP) und Hans Grunder (BDP), welche den Grundstein für den Atom-Ausstieg legen. Damit sprechen sich heute total 99 von 200 Nationalräte für den Ausstieg aus. Das Nein-Lager kommt auf maximal 96 Stimmen. Die CVP gibt sich siegessicher: «Ich bin zuversichtlich», sagt CVP-Präsident Christophe Darbellay. «Die CVP hat die Energiewende im Bundesrat geschafft. Jetzt werden wir alles dafür tun, dass das Parlament diesen Weg bestätigt.» Und er dürfte recht bekommen: Denn von den acht CVP-Nationalräten, die sich gegen den aus ihrer Sicht überhasteten Ausstieg wehren oder sich noch nicht äussern wollen, dürften sich letztlich mehrere der Stimme enthalten – aus Parteiräson und aus Rücksicht auf ihre Bundesrätin Doris Leuthard. Auch aus den Reihen der FDP erhoffen sich die Ausstiegsbefürworter noch etwas Support. «Ich werde jedenfalls alles versuchen, die eine oder andere Stimme bei uns zu gewinnen», sagt Malama. «Das ist eine einmalige Chance – auch für die Wirtschaft.» Optimistisch gibt sich auch Ineichen. «Die FDP wird die Chance nutzen.» Anders sieht dies die Parteispitze. Sie denkt nicht daran, auf den Bundesrats-Kurs einzuschwenken. «Wir wollen kein Technologieverbot», sagt etwa FDP-Nationalrat und Energievordenker Filippo Leutenegger. Im Klartext: Die FDP will die Option Kernenergie retten. Als Kompromiss schlägt die Parteileitung deshalb ihren Mitgliedern an der Fraktionssitzung vom Dienstag vor, sich via Motion gegen den Neubau von AKWs des heutigen Typus auszusprechen. Im Gegenzug will sie AKWs einer neuen, sichereren Generation weiterhin zuzulassen, wie Nationalrat Jacques Bourgeois erklärt, der die parteiinterne Energiefachkommission leitet. In einer zweiten Motion fordert die FDP zudem, dass im Jahre 2025 eine AKW-Volksabstimmung anzusetzen sei. Faktisch entspricht dies einem 15-jährigen Moratorium, auch wenn Bourgeois dieser Interpretation vehement widerspricht. Überraschung: SVP-Bundesrat Ueli Maurer verteidigt Atom-Ausstieg Bern. SVP-Bundesrat Ueli Maurer verteidigt im Interview mit der Zeitung „Der Sonntag“ mit deutlichen Worten den Atom-Ausstieg der Regierung. „Der Entscheid des Bundesrates zeugt von Weitsicht“, betont er. „Die Schwierigkeiten kommen aber erst. Dessen ist sich der Bundesrat bewusst. Das ist die Umsetzung in konkreten Schritten. Will man es aber, schafft man es auch.“ Maurer kritisiert auch die vier Frauen in keiner Art und Weise, die für den Ausstiegs-Entscheid gesorgt haben: „Wir sind längst darüber hinweg, dass die Geschlechterfrage eine Rolle spielt.“ Alpiq-CEO Giovanni Leonardi: „Die Schweiz braucht 8 Gaskraftwerke“ Olten. Erstmals äussert sich der Chef des Stromkonzerns Alpiq, der einen Drittel der Schweizer Stromproduktion abdeckt. Giovanni Leonardi sagt im Interview mit der Zeitung „Der Sonntag“, ohne neue AKW brauche die Schweiz 8 Gaskraftwerke. Seine Rechnung: „Ein neues Kernkraftwerk entspricht ungefähr vier Gaskraftwerken. Wenn wir davon ausgehen, dass die Schweiz die Leistung von zwei neuen Kernkraftwerken braucht, wären das also etwa acht Gaskraftwerke.“ Zurzeit sei offen, „ob und wie viele Gaskraftwerke Alpiq in der Schweiz baut. Für uns hat Chavalon erste Priorität.“ Leonardi kritisiert den Bundesrat scharf: „Wir setzen die Versorgungssicherheit unseres Landes aufs Spiel. Manches, das der Bundesrat diese Woche gesagt hat, ist nicht nachvollziehbar. Beispielsweise waren sich bisher alle einig, dass die Wasserkraft kaum Ausbaupotenzial hat. Nun soll sie plötzlich massiv ausgebaut werden. Auch die Einschränkung des Verbrauches bis 2050 um rund ein Viertel gegenüber den bisherigen Schätzungen halte ich für völlig unrealistisch.“ Das ganze Interview: www.sonntagonline.ch Deutsche SPD will „strategische Partnerschaft“ mit der Schweiz Berlin/Stuttgart. «Wir streben strategische Partnerschaften mit Norwegen, der Schweiz und Österreich an», Ulrich Kelber, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion und Umweltspezialist der Partei gegenüber der Zeitung „Der Sonntag“. «Die Schweiz ist für uns wichtig.» Weil sie die saisonalen Schwankungen bei der Stromproduktion und beim Stromverbrauch über Pumpspeicherkraftwerke kompensieren könne. Konkret: Geht es nach der deutschen SPD, soll die Schweiz zum Stromspeicherwerk Europas und Deutschlands werden. Das hält die SPD in ihrem neuen Energiekonzept fest, das sie morgen verabschieden wird. Sie will eine Energieachse von Norden (Norwegen) bis in den Süden (Italien) schaffen, die gleichzeitig in den Westen (Benelux-Staaten) und Osten (Tschechien, Polen) ausgedehnt werden soll. Deshalb ist die Schweiz von grosser strategischer Bedeutung. «Diese Achse wird zu einem entscheidenden Faktor in der energiepolitischen Perspektive Europas», glaubt Ulrich Kelber. «An ihr kommt in Europa keiner mehr vorbei. Das wird Auswirkungen haben auf alle.» Alpiq-Präsident Hans Schweickardt warnt vor Blackouts im Winter Olten. Hans Schweickardt, Präsident der AKW-Gösgen-Betreiberin Alpiq, kämpft weiterhin für die Atomenergie. „Wir haben schon ein paarmal erlebt, dass das Parlament dem Bundesrat nicht gefolgt ist“, sagt er im Interview mit der Zeitung „Der Sonntag“. Er zeigt sich „enttäuscht“ und betont, dass Fakten nach Fukushima noch nicht vorlägen. Sein Fazit: „Wenn die Idealvorstellungen nicht zum Ziel führen und wir an unseren CO2-Ziele festhalten, dann führt kein Weg an der Kernenergie vorbei.“ Der Alpiq-Konzern rechne damit, dass er bis 2020 keine neue Kernkraftwerke bauen noch planen werde. Auch im Ausland nicht. „Jetzt müssen wir mal die EU-Stresstests abwarten“, sagt Schweickardt. „Und wir müssen abwarten, ob es tatsächlich so bleibt, dass nur die Deutschsprechenden – vertreten durch Frau Merkel und Frau Leuthard – Mühe haben mit der Kernenergie und der Rest von Europa weiter munter Kernkraftwerke bauen will.“ Weiter warnt Schweickardt davor, dass es Blackouts geben könnte – vielleicht schon diesen Winter: „Der deutsche und der Schweizer Netzbetreiber sagen beide, dass die Situation kritisch sei. Beide berichten von heiklen Situationen im Netz. Ich sage immer: Wo Rauch ist, ist auch Feuer. Es ist einfach eine Frage der Zeit.“ Energiepapst Michael Kohn kritisiert die „Damen im Bundesrat“: „Schweiz isoliert sich weltweit“ Baden. Erstmals äussert sich der Doyen der Schweizer Energiepolitik zum Automausstieg. Energiepapst Michael Kohn sagt in der Zeitung „Der Sonntag“: «Die Damen im Bundesrat haben uns nun ein neues Energiekonzept, eine Vision vorgelegt. Das ging schnell, wir nehmen das zur Kenntnis, aber es muss jetzt alles geprüft und nachgeprüft werden.» Kohn weiter: «Ich rede mit Economiesuisse. Wir sollten abklären, ob der Ausstieg wirklich so leicht machbar ist, wie vom Bundesrat gesagt wurde.» Kohn hat Vorbehalte und ist keineswegs sicher, ob der Ausstieg in dieser Form wirklich kommen wird. «Im Moment scheint es zwar so: Everybody is happy, ausser Economiesuisse. Aber wir werden noch sehen: Die Schweiz und Deutschland isolieren sich weltweit. Sie sind die einzigen, die aussteigen wollen. Die ganze Welt macht weiter.» Zudem hält er die Zuwanderung in die Schweiz energiepolitisch für kaum bewältigbar ohne Atomstrom. «Solange wir die Personenfreizügigkeit haben, wird der Stromkonsum wachsen.» Selbst wenn das Parlament den Ausstieg bestätige, sei nicht sicher, ob dereinst nicht doch ein neues AKW gebaut würde. «Wenn 2039 Leibstadt ausläuft, könnte der Ruf kommen, wieder ein neues zu bauen. Das ist nicht verboten.» SBB wollen Wasserkraftwerke ausbauen - am Sihlsee wird aufgerüstet BERN. Mit der Eröffnung des Gotthard-Basistunnels steigt der Strombedarf der SBB massiv an. Jetzt planen sie einen Ausbau ihrer Wasserkraftwerke im Inland und Beteiligungen im Ausland, wie Recherchen der Zeitung «Der Sonntag» zeigen. Als erstes ist der Umbau des Ritomsees im Tessin zu einem Pumpspeicherwerk geplant. Mit stärkeren Turbinen und neuen, unterirdischen Druckleitungen soll die maximale Leistung von heute 40 Megawatt verdreifacht werden. Zudem wird auf halber Höhe zwischen Staumauer und Talboden ein unterirdischer Speicher gebaut, der zwischen 60 und 90 Millionen Liter Wasser fasst. «Wir sind an der Erarbeitung technischer Konzepte für einen Ausbau, wodurch eine Leistung in der Grössenordnung von 120 Megawatt möglich würde», bestätigt SBB-Sprecher Reto Kormann. Das ausgebaute Kraftwerk soll nach einer Bauzeit von drei Jahren ab 2015 betriebsbereit sein. Geplant ist auch der Ausbau des Etzelwerks am Sihlsee, das heute 14 Prozent des SBB-Bahnstroms liefert. «Wir beabsichtigen einen Ausbau, dessen Umfang jedoch noch offen ist», sagt SBB-Sprecher Reto Kormann. Eine Leistungssteigerung planen die SBB auch bei ihren Wasserkraftwerken im Unterwallis und im Kanton Uri. «Bei den Kraftwerken von Châtelard, Vernayaz und Göschenen werden allfällige Ausbauten im Rahmen von Erneuerungsinvestitionen jeweils geprüft», sagt Kormann. Auch im Oberwalliser Kraftwerk Massaboden soll die Leistung erhöht werden. Wie das geschehen soll, verrät Kormann nicht. «Wir lassen uns nicht in die Karten schauen und halten uns alle Optionen offen.» Dazu gehören auch Beteiligungen an Wasserkraftwerken in anderen Ländern. «Wir müssen allenfalls Kooperationen mit Wasserkraftwerken im Ausland prüfen», sagt Kormann. Welche Länder in Frage kommen, sagt er nicht. Julius-Bär-Präsident kritisiert Bundesrat: „Schweiz spielt den übereifrigen Musterschüler“, Stabilität bedroht Zürich. Der Verwaltungsratspräsident der grössten Schweizer Privatbank Julius Bär ist besorgt. «Durch die Finanzkrise ist die Schweiz in einen Regulierungsaktivismus geraten», sagt Raymond Bär im Interview mit der Zeitung „Der Sonntag“. Wenn die Rahmenbedingungen nicht mehr stimmten, kämen die grossen Banken der aufstrebenden Länder China, Indien und Brasilien nicht in die Schweiz – und das wäre schlecht für den Finanzplatz. Bär sagt, zentrale Standortvorteile wie «Stabilität und Berechenbarkeit sind bedroht». Er kritisiert auch die schnelle Sperrung von Potentatengeldern. Bär: «Es gibt leider vermehrt die Tendenz, dass die Schweiz vorauseilend handelt und den übereifrigen Musterschüler spielt. Das sah man zum Beispiel beim Umgang mit Vermögenswerten aus Tunesien und Ägypten.» Weiter plädiert der Bankier für den bilateralen Weg. Er ist gegen den EU-Beitritt und sagt, die Kündigung der Personenfreizügigkeit wäre verheerend. Starker Franken: Schweizer Industriefirmen verlagern hunderte Stellen Richtung Osten BADEN. Schweizer Exporteure reagieren mit der Verlagerung von Arbeitsplätzen in Billiglohnländer auf die Euroschwäche. Das zeigen Recherchen der Zeitung «Der Sonntag». So verschiebt der zweitgrösste Aluminiumkonzern der Schweiz, Alu Menziken, in den nächsten Monaten bis zu 50 der 350 Stellen nach Rumänien. Geschäftsführer Roland Gloor sagt: «Alles, was wir können, werden wir ins Ausland verlagern, vor allem die mechanische Bearbeitung von Profilen.» Zu Entlassungen soll es in der Schweiz nicht kommen. Die DGS Druckguss Systeme AG plant die Verlagerung von rund 50 der 300 Stellen von St. Gallen nach Tschechien, die Nidwaldner Metallbearbeiterin BWB eröffnet im Juni in Rumänien eine Fabrik mit 60 Arbeitsplätzen. Das könnte erst der Anfang sein: «Mehrere Grosskunden spielen mit dem Gedanken, ihre Produktion in den Euroraum zu verlagern», sagt Geschäftsführer Oliver Wunderlin. «Sobald sie ihre Drohung wahrmachen, sind wir gezwungen, nachzuziehen.» Mit der Verlagerung von hunderten Stellen ist im Maschinenbau und in der Giessereiindustrie zu rechnen. «Viele Betriebe haben Tochtergesellschaften in Osteuropa gegründet und planen die Verlagerung ihrer Produktion in den Euroraum», sagt Felix Stutz, Präsident des Verbandes Swissmechanic. Etliche Schweizer Firmen seien daran, neue Standorte in Kroatien, Tschechien, Rumänien, Indien und China aufzubauen, sagt Eric von Ballmoos, Präsident des Giesserei-Verbands der Schweiz. «Wegen des starken Frankens sind schon mehrere hundert Jobs weggefallen.» Es sei sogar denkbar, dass ganze Unternehmen ins Ausland abwandern. Beim Branchenverband Swissmem häufen sich nun die Anfragen von Firmen, die Auskunft über das korrekte Vorgehen bei Entlassungen verlangen. «Das ist ein Indiz, dass sich die Firmen Verlagerungen überlegen», sagt Sprecher Ivo Zimmermann. Killer-Keim: Professor warnt vor EHEC-Seuche in der Schweiz BERN. Der Berner Professor und Immunologe Beda M. Stadler warnt vor einer EHEC-Seuche in der Schweiz. Nach Deutschland könne es auch in der Schweiz eine Epidemie geben, so Stadler in der Zeitung „Der Sonntag“. Erstmals äussert sich auch der Präsident der Vereinigung der Kantonsärzte, der Fribourger Chung-Yol Lee, zu den EHEC-Bakterien und schliesst eine Epidemie in der Schweiz nicht aus, «sollten entgegen den Beteuerungen der Lebensmittelimporteure doch grössere Mengen an kontaminiertem Gemüse oder Obst auch in der Schweiz in Umlauf kommen.» In der Schweiz wird der EHEC-Erreger jährlich bei bis zu 70 Patienten nachgewiesen. Seit Anfang Jahr sind es bereits 20 Fälle, 7 davon seit Anfang Mai. Die EHEC-Bakterien sind laut Professor Stadler der Beweis dafür; „dass man an Bio-Gemüse sterben kann“. Die EHEC-Bakterien wurden unter anderem durch spanische Bio-Gurken importiert. Die gefährliche Durchfallerkrankung führte bereits zu acht Todesopfern. Auch in der Schweiz ist eine Frau nach ihrer Rückkehr aus Norddeutschland, wo sie sich an einem Salatbuffet bediente, an EHEC erkrankt. Fälle werde auch aus Österreich, Schweden, Dänemark, Grossbritannien und den Niederlanden gemeldet. Natur pur sei «nicht zwingend gesund», so Immunologe Stadler: «Eine der häufigsten Todesursachen im Mittelalter waren verdorbene Lebensmittel. Ich hoffe nicht, dass wir in diese Zeiten zurückfallen.» Die EHEC-Bakterien kommen im Darm von Wiederkäuern vor. Es wird vermutet, dass der Killer-Keim durch Gülle in die kontaminierten Lebensmittel gelangt ist. «Gülle ist die normalste Verbreitung solcher Bakterien und wird nun mal oft von Bio-Bauern eingesetzt», sagt Stadler. Er stellt die Hygiene-Standards infrage. Das führt zu Aufruhr beim Dachverband der Schweizer Bio-Produzenten Bio Suisse. «Über Öko-Landbau und Bio-Lebensmittel sind viele Halbwahrheiten im Umlauf. Die Hygiene ist genauso gewährleitstet wie bei konventionellen Betrieben», sagt Sabine Lubow von Bio Suisse. Doch es gibt schwarze Schafe unter den 5800 Schweizer Bio-Betrieben. Rund 200 Sanktionen hat die Inspektions- und Zertifizierungsstelle der Schweiz für Landwirtschafts- und Verarbeitungsbetriebe Bio Inspecta laut „Sonntag“ im letzten Jahr ausgesprochen. Dabei wurden Verstösse festgestellt, die sowohl die Stallhaltung als auch den Einsatz chemisch-synthetischer Pflanzenschutzmittel betraf. Drei Bio-Betrieben wurde 2010 sogar der Status aberkannt. Zweiter EHEC-Verdachtsfall in der Schweiz BADEN. Das Nationale Zentrum für enteropathogene Bakterien (NENT) am Institut für Lebensmittelsicherheit der Universität Zürich hat Kenntnis von einem zweiten EHEC-Verdachtsfall. Dies gab der Leiter des Zentrums, Herbert Hächler, auf Anfrage der Zeitung „Der Sonntag“ bekannt. Der EHEC-Verdacht habe sich bereits bestätigt, so Hächler. Die definitiven Angaben würden bis Dienstag erwartet, darunter auch der exakte EHEC-Typ. Gestern wurde der erste Schweizer Fall nachgewiesen. Dabei handelt es sich um eine Frau, die aus Norddeutschland zurückkehrte und sich vermutlich an einem Salatbuffet ansteckte. Sie hat das Spital unterdessen wieder verlassen. Einzelheiten über den zweiten Verdachtsfall konnte Hächler nicht nennen. 8 Prozent der Früchte und Gemüse werden bei Migros beanstandet ZÜRICH. Unabhängig vom EHEC-Erreger führen die Grossverteiler in der Schweizer interne Wareneingangskontrollen durch. Im letzten Jahr wurden bei Migros 550 Proben von Früchten und Gemüse genommen, sowohl aus biologischer wie auch konventioneller Produktion. 8 Prozent der Proben, die auch aus 130 Bio-Betrieben stammten, mussten unter anderem wegen zu hoher Pestizidwerte beanstandet werden, wie Monika Weibel vom Migros-Genossenschafts-Bund gegenüber der Zeitung „Der Sonntag“ sagt. Damit werden diese Zahlen erstmals offengelegt – im Gegensatz zum Coop. Laut Mediensprecherin Denise Stadler schneiden Bio-Produkte in Bezug auf Rückstände und Pestizide im Durchschnitt aber «immer besser ab wie konventionelle». Während Coop einen sofortigen Verkaufsstopp für spanische Gurken verhängt hat, sind bei Migros keine im Sortiment. Die Grossverteiler betonen, jegliche Verunsicherung der Kunden verhindern zu wollen. «Wir führen verstärkt Stichproben bei Früchte und Gemüse spanischer Herkunft auf EHEC durch», sagt Stadler. Polizistentötung von Schafhausen: Armee-Chef André Blattmann entschuldigt sich BADEN. Nachdem die Armee Fehler im Zusammenhang mit dem Schützen von Schafhausen BE eingeräumt hat, will sich Armee-Chef André Blattmann bei an Angehörigen des getöteten Polizisten entschuldigen. Das berichtet die Zeitung «Der Sonntag». «Armee-Chef Blattmann will eine persönliche Geste machen», sagt Armee-Sprecher Daniel Reist: «Er wird sich bei den Angehörigen entschuldigen.» In welcher Form die Entschuldigung erfolgen soll, sei «noch offen». Die Armee hatte am Freitag mittgeteilt, dass der mutmassliche Schütze von Schafhausen nicht im Besitz einer Armeewaffe hätte sein dürfen. Die Waffe erhielt er im Rahmen seines Armeedienstes. 2007 wurde er aus medizinischen Gründen ausgemustert, aber nie ordentlich abgerüstet. Die Armee vergass, die Waffe einzuziehen. Betreibungsbeamte: Sicherheitsmassnahmen werden überprüft BADEN. Nach dem tödlichen Drama bei einer Zwangsräumung in Schafhausen BE wird die Sicherheit der Berner Betreibungs- und Konkursbeamten überprüft. Das kündigt Roger Schober, Präsident des Verbands der Berner Betreibungsbeamten, in der Zeitung «Der Sonntag» an. «Nach Vorliegen der aktuellen Abklärungsergebnisse zu den tragischen Geschehnissen werden wir über allfällige Massnahmen entscheiden», sagt Schober. Dabei werde das Gespräch mit den Polizei- und Gemeindebehörden geführt. «Wir schliessen den Kreis aber nicht vorzeitig», sagt Verbandspräsident Schober. «Ich könnte mir ja nach dem auch Gesprächspartner aus Wissenschaft und Medizin vorstellen.» Den Betreibungsbeamten steht nach den tragischen Ereignisse psychologisch geschulte Fachleute zur Verfügung. «Für sämtliches Personal des betroffenen Amtes wurde eine entsprechende Infrastruktur aufgebaut», sagt Schober. Der Notfall-Psychologe Herbert Wyss warnt im «Sonntag» vor dem Gewaltrisiko bei Zwangsräumungen. «Statistisch betrachtet, ist bei über 10 Prozent der Fälle mit einem Gewaltereignis zu rechnen». Wyss kritisiert die Einsatzplanung in Schafhausen scharf. Zahlreiche Indizien hätten im Vorfeld auf ein Gewaltrisiko hingewiesen. «Es war völlig falsch, einfach zwei Polizisten und einen Betreibungsbeamten vorbeizuschicken», sagt Wyss. «Sie verfügen über kein psychologisches Fachwissen und sind in solchen Krisensituationen überfordert. » Neonazi-Affäre an der Uni Zürich: Assistent als verurteilter Rechtsextremer enttarnt BADEN. Ein wegen Rechtsextremismus rechtskräftig verurteilter Assistent aus Deutschland unterrichtete vier Jahre lang am Philosophischen Seminar der Universität Zürich. Das berichtet die Zeitung «Der Sonntag». Der Vertrag des 34jährigen L. wurde Ende 2010 nicht mehr verlängert, nachdem Studenten und Dozenten im Internet herausfanden, dass er sich als Jugendlicher in der rechtsextremen Szene bewegte. L. war für die Partei «Deutsche Nationalisten» aktiv. Als Neonazi wurde L. Mitte der Neunziger Jahre vom Landgericht Dortmund zu 100 Sozialstunden verurteilt wegen «Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen». Der Ex-Neonazi verschwieg seine Vergangenheit bei der Anstellung an der Universität Zürich. Bernd Roeck, Dekan der Philosophischen Fakultät der Uni Zürich, bestätigt den Fall. Es handle sich um «einen gravierenden Vorgang». L. bedauert gegenüber dem «Sonntag» die Vertragsauflösung: «Ich hätte mir gewünscht, dass die Folgen meiner politischen Verirrungen als Jugendlicher nicht dazu geführt hätten, dass meine Assistenzstelle so kurzfristig nicht verlängert wird.» Er «verurteile zutiefst», was er als Jugendlicher gemacht habe. Die Universität Zürich hat sich offiziell vom Ex-Neonazi getrennt. Doch sein Name taucht weiterhin auf der offiziellen Homepage der Universität auf. Laut Recherchen des „Sonntag» ist L. weiterhin an der Hochschule aktiv – als Mitglied der Uni-Gruppe «Theoretische und Praktische Philosophie» am Philosophischen Seminar. Ziel der Vereinigung aus Doktoranden und Vertretern des akademischen Mittelbaus ist «die Vertiefung von laufbahnrelevanten Kompetenzen». Die Aktivitäten der Gruppe werden aus Mitteln das Budgets der Fakultät bestritten. Zum wissenschaftlichen Beirat gehört die deutsche Philosophieprofessorin Katia Saporiti – sie hatte L. als Assistenten an die Universität Zürich geholt. L. ist zudem Mitglied bei der Uni-Gruppe «Philosophische Kehrseiten». Diese bietet Nachwuchswissenschaftlern die Gelegenheit, «ihre akademischen Laufbahnen zu befördern». Zum hochkarätig besetzten wissenschaftlichen Beirat gehört die Zürcher Anglistik-Professorin Elisabeth Bronfen und Michael Hampe, Philosophieprofessor an der ETH Zürich. «L. ist noch Mitglied in diesen beiden Gruppen», bestätigt Beat Müller, Pressechef der Universität Zürich. Er sei in Deutschland gerichtlich verurteilt worden und habe seine Strafe bekommen. «Jetzt liegt nichts Ähnliches gegen ihn vor», so Müller. «Der Fall wurde in den beiden Gruppen intern besprochen. L. habe sich klar und glaubwürdig von seiner Vergangenheit distanziert.» L. gehörte in den Neunzigerjahren zum leitenden Personal in der rechtsextremen Szene. Sein Name taucht im Handbuch des deutschen Rechtsextremismus auf. Dort wird er als Landesvorsitzender Nordrhein-Westfalen der Deutschen Nationalisten (DN) Mitte der 90er Jahre aufgeführt. Die DN habe sich, wie es weiter heisst, als «volkstreue und nationale » Gruppierung definiert und in ihrem Parteiprogramm unter anderem «die Wiederherstellung des Deutschen Reiches» gefordert. SVP-Kandidat Thomas Matter: Der verhinderte Gratis-Parlamentarier Zürich. Thomas Matter, millionenschwerer Banker und Zürcher SVP-Nationalratskandidat, wollte zum ersten Gratis-Politiker der Schweiz werden, zum ersten Bundesparlamentarier, der freiwillig auf ein Einkommen für die Arbeit unter der Bundeshauskuppel verzichtet. Das ergaben Recherchen der Zeitung «Der Sonntags. Doch so einfach ist das offenbar nicht. Denn der Sold für die Milizpolitiker besteht aus zahlreichen Komponenten, auf die man nicht so einfach verzichten kann. Der Einkommensteil zum Beispiel wird mittels Präsenzlisten automatisch erhoben und ist steuer- und sozialversicherungspflichtig. Der Spesenblock wiederum setzt sich zusammen aus einem fixen Betrag und variablen Ausgaben, die der Parlamentarier einfordern kann. Hier hätte Matter etwas Spielraum: Er könnte es zum Bespiel unterlassen, den Antrag auf das Gratis-Erstklass-GA einzureichen. Thomas Matter hat in der Zwischenzeit einen anderen Weg gefunden, um im Fall einer Wahl ohne Bundesgeld zu politisieren: Er wird seinen Lohn nach Abzug von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen gemäss «Sonntag»-Informationen an eine wohltätige Organisation spenden. Matter selbst wollte sich am Rand der SVP-Delegiertenversammlung, die gestern in Einsiedeln SZ stattfand, nicht zu diesem Thema äussern. Im Schnitt kassierten die Nationalräte 2010 knapp 133 000 Franken – 76 900 Franken Einkommen und 56 000 Spesen, wie Mark Stucki von den Parlamentsdiensten sagt. Etwas mehr erhalten die Parlamentarier in der kleinen Kammer, die in mehr Kommissionen sitzen. Die Ständeräte «verdienten» 2010 gemäss den Parlamentsdiensten im Schnitt an die 152 000 Franken – 89 800 Franken für die Sitzungsarbeit, 62 000 als Spesen. FDP-Präsident fordert Christoph Blocher zu Streitgespräch heraus Bern. Die SVP habe sich von einer „echten Wirtschafts-Politik verabschiedet“, kritisiert FDP-Präsident Fulvio Pelli im Interview mit der Zeitung „Der Sonntag“. Sie nutze das Thema Ausländer aus wahltaktischen Gründen wann immer sie könne, jetzt sogar mit der Initiative gegen die Personenfreizügigkeit. „Darüber vergisst sie das Hauptbedürfnis der Schweiz: Arbeitsplätze und Wohlstand.“ Die FDP werde diesen Angriff auf die Personenfreizügigkeit entschlossen bekämpfen. Pelli: „Die Gefahren für die Schweiz sind zu gross.“ Werde die Personenfreizügigkeit gekündigt, kippe wegen der Verknüpfung der Verträge automatisch auch der bilaterale Weg. „Das Ende der Bilateralen wäre aber das Ende der Unabhängigkeit“, sagt Pelli. „Sogar für SVP-Nationalrat Spuhler gibt es ohne die Bilateralen nur den EU-Beitritt. Soll die Schweiz wegen Blochers Provokationen in die EU blochen? Die FDP sicher nicht.“ Pelli fordert Blocher nun zu einem Streitgespräch darüber auf, welche Partei der Schweiz Wohlstand bringt und welche nicht. Fall Kachelmann: Ex-Richter und Staatsanwälte rechnen mit Überraschung MANNHEIM D / ZÜRICH. Im für Dienstag erwarteten Urteil im Fall Kachelmann ist eine Überraschung absolut möglich. Das sagt der frühere Zürcher Staatsanwalt Pius Schmid gegenüber der Zeitung „Der Sonntag“. Es sei durchaus möglich, dass dem mutmasslichen Opfer geglaubt werde, sagt auch der ehemalige Gerichtspräsident Christian Huber. Jeder Richter komme in die Situation, dass er einen Schuldspruch fälle, obwohl die Öffentlichkeit einen Freispruch verlange, so Huber. Prozessbeobachter in Mannheim prognostizieren seit Wochen einen Freispruch «In dubio pro reo» («Im Zweifel für den Angeklagten»). Huber weist jedoch darauf hin, dass die Zweifel sowieso blieben – ob bei einem Freispruch oder einer Verurteilung. «Zweifel können nur dann ausgeräumt werden, wenn man bei der Tat daneben gestanden wäre», sagt Huber. Habe die 37-Jährige die Richter trotz Zweifeln überzeugt, komme es am Dienstag in Mannheim zu einem Schuldspruch gegen Jörg Kachelmann. Entscheidend werde sein, was die Anzeigeerstatterin im Gerichtssaal ausgesagt habe, so Ex-Ankläger Schmid. Dabei zähle die verbale und non-verbale Kommunikation, ergänzt Huber. Die 37-jährige Radio-Moderatorin war während 22 Stunden unter Ausschluss der Öffentlichkeit befragt worden. Ex-Richter Huber misst der Gutachter-Schlacht während des Verfahrens keine entscheidende Rolle zu: «Gerade Privatgutachten haben nur einen eingeschränkten Stellenwert und sind mit Vorsicht zu geniessen.» Derweil stört sich Pius Schmid daran, dass sich der Kachelmann-Prozess über neun Monate hingezogen hat: «Das ist nicht zumutbar.» Für Christian Huber steht fest, dass es keine Gewinner gibt: «Wenn, dann höchstens die Anwälte.» Christian Constantin bestätigt Trennung von Ehefrau – FC Sion-Präsident bringt Murat Yakin als Hitzfeld-Nachfolger ins Gespräch SION VS. Der Präsident des FC Sions, Christian Constantin, bestätigt am Tag des Cupfinals in einem Interview mit der Zeitung „Der Sonntag“, dass er sich von seiner zweiten Ehefrau getrennt habe. „Ja, wir haben uns getrennt“, so Constantin. Bei so vielen Beschäftigungen sei es schwierig, im Familienleben ein Gleichgewicht zu finden. Auf die Frage, ob er junge Frauen möge, antwortet der streitbare Präsident: „Sicher, ja. Und wenn sie dazu hübsch sind, stört mich das auch nicht!“ Sein Probleme bestehe darin, dass es plötzlich vier Uhr morgens ist: „Manchmal wache ich plötzlich auf, weil ich an etwas denke. Wenn ich etwas im Kopf habe, bin ich gezwungen, es aufzuschreiben und fertigzumachen. Es läuft immer etwas in meinen Kopf.“ Das sei für ein Familienleben belastend. Er hoffe, so Constantin in dem Interview weiter, dass Sepp Blatter als Fifa-Präsident wiedergewählt werde: „Als Schweizer hoffe ich, dass er bleibt.“ Andererseits wisse man bei solchen Wahlen nie, „wer wen kauft“. Das sei bei der WM-Vergabe nicht anders. „Wenn fünf Personen abstimmen können und man sich drei Stimmen erkauft, hat man gewonnen. Das Geld spielt eine zentrale Rolle. Es werden bestimmt Leute Stimmen kaufen.“ Er selber sei zu wenig diplomatisch für ein solches Amt: „Diese Aufgabe würde mir nicht gefallen. Ich liebe vor allem den Wettkampf. Die Stimmung in der Garderobe. Ich bin eine Kämpfernatur.“ Wenn der FC Sion heute den Cup-Final verliere, sei das „wie ein Todesurteil“. Er könne verstehen, dass viele Menschen denken, er sei verrückt: „Das interessiert mich aber nicht.“ Es sei zudem falsch gewesen, den Vertrag mit Nati-Trainer Ottmar Hitzfeld zu verlängern: „Es gab keinen Grund, so voreilig zu handeln.“ Constantin bringt Murat Yakin als möglichen Nachfolger ins Spiel: „Er ist ein sehr guter, taktischer Trainer.“ Freikirchen werben offensiv um Kinder und Jugendliche BADEN. Wie die Zeitung „Der Sonntag“ schreibt, investieren Evangelikale wegen Nachwuchsproblemen in Jugendarbeit. Das alarmiert die Sektenfachstelle infoSekta, denn die aktuellen Zahlen zeigen: Bei jeder dritten Anfrage zu evangelikalen Gruppen steht ein Kind oder ein Jugendlicher im Zentrum. Im letzten Jahr waren das 130 Fälle. «Kinder und Jugendliche stehen besonders im Fokus dieser evangelikalen Gruppen», warnt Regina Spiess von infoSekta. Oftmals melden sich besorgte Eltern oder Freunde, die befürchten, dass das Kind zu sehr unter Druck gerate. Grund für die Offensive der Freikirchen ist der Nachwuchsmangel. «Viele Freikirchen merken, dass ihnen der Nachwuchs davonläuft und investieren viel Geld in solche Angebote», sagt der Religionsexperte Georg Otto Schmid. Jugendliche seien sehr empfänglich für solche Gemeinschaften, sagt Schmid. Sie erhalten bei religiösen Gruppen auf viele Fragen konkrete Antworten, fühlen sich in der Gemeinschaft aufgehoben und finden neue Freunde. «Doch der Halt und die Unterstützung kann schnell in eine Abhängigkeit kippen, die gefährlich ist», sagt Nicole Rebmann, Jugendarbeiterin in Winterthur. Der Freundeskreis bestehe schnell nur noch aus Kirchenmitgliedern. Sie bestätigt die Beobachtungen der Fachstelle: «Die Angebote der Freikirchen nehmen zu.» Die Freikirchen seien offensiv und erfolgreich, da sie mit modernen und attraktiven Jugendangeboten viele überzeugen, so Rebmann. Gerade in kleinen Gemeinden verdrängen die religiösen Gruppierungen mit ihren Jugendangeboten auch öffentliche Angebote. Beim Freikirchen-Verband versteht man die Bedenken nicht: «Wir haben das Recht, unsere Überzeugungen weiterzugeben, solange wir das transparent machen», sagt Max Schläpfer, Präsident des Verbands der evangelischen Freikirchen und Gemeinden in der Schweiz. Er bestätigt: «Die meisten Freikirchen investieren in den Nachwuchs und pflegen deshalb eine intensive Jugendarbeit.» Formel-1-Star Sebastian Vettel: „Es ist besser, wenn meine Freundin nicht dabei ist“ Monte Carlo. Im exklusiven Interview mit der Zeitung „Der Sonntag“ zeigt sich Sebastian Vettel zuversichtlich, dass er am Sonntag in Monaco gewinnt. „Mein Ziel ist klar: Ich möchte, dass der WM-Pokal auch im nächsten Jahr wieder bei mir zu Hause steht. Monaco habe ich noch nie gewonnen. Das möchte ich heute Sonntagnachmittag ändern.“ Der Unfall von Sauber-Pilot Sergio Pérez hat ihn schockiert. „Das beschäftigt einen schon, wir haben ja in der Box das TV-Bild im Cockpit. Und es ist einer von uns. Ein Kollege. Das ist nicht so einfach in dieser Situation und wirft immer einen Schatten.“ Er selber hat keine Angst. Vettel: „Das Risiko ist gross, keine Frage. Aber im Cockpit hat man keine Zeit, an einen möglichen Unfall zu denken.“ Der Deutsche, der im Thurgau wohnt, äussert sich auch zur Frage, warum seine Freundin Hanna nicht an der Rennstrecke mitfiebert. „Generell ist es nichts Schlechtes, wenn Frauen an der Rennstrecke sind, aber bei der eigenen ist es was anderes. Es ist besser, wenn sie nicht dabei ist. Irgendwo muss man gewisse Grenzen abstecken. Wenn meine Freundin jetzt dabei wäre, hätte ich wahrscheinlich das Bedürfnis, mich zu stark um sie zu kümmern. Und das verträgt sich nicht mit der Arbeit.“ Abgang bei Oesch's die Dritten Baden. Melanie Oesch muss einen neuen Akkordeonisten suchen. Heinz Haldi (44) bestätigte gegenüber der Zeitung „Der Sonntag“, dass er die erfolgreichste volkstümliche Kapelle der Schweiz Ende Jahr verlassen wird. Haldi: „Ich habe gemerkt, dass mir 120 Konzerte pro Jahr langsam zu viel werden.“ Der Betriebsmechaniker einer Privatbahn im Berner Oberland hat sein Arbeitspensum zwar reduziert, aber die Doppelbelastung war dennoch enorm. Auch seine familiäre Situation hat zum Trennungs-Entscheid beigetragen: „Ich habe Angst, zu Hause etwas zu verpassen. Plötzlich sind meine Kinder aus dem Haus. Und ich habe wegen meiner ständigen Abwesenheit nichts von ihnen gehabt.“ Ob und durch wen Haldi ersetzt wird, steht noch nicht fest. Ex-BaZ-Verleger Martin Wagner rechnet mit der SVP und mit Blocher ab Basel. Medienanwalt und Ex-BaZ-Verleger Martin Wagner, der für die Baselbieter FDP in den Nationalrat will, greift in einem Gastkommentar für die Zeitung „Der Sonntag“ die SVP ungewöhnlich scharf an. „Der Parteistratege und Parteifinanzierer Blocher gibt die Marschrichtung vor“, schreibt er zur Initiative gegen die Personenfreizügigkeit. „Erneut verdrängt die überalterte SVP ein Problem, indem sie es kommenden Generationen zuschiebt. Blocher ist nach dem Ende der kommenden Legislatur näher beim Alter 80 als bei 70. Er und seine von seinem Schwiegersohn als Sesselkleber bezeichneten Soldaten werden somit die Verantwortung für ihre Handlungsweise nicht mehr tragen müssen. Das kurzfristige Kalkül dieser Akteure ist einfach. Im Vordergrund steht nicht der Mensch, sondern allein dessen Wert als Wähler. Frei nach dem Blocher-Motto: Die Menschen sind Mittel zum Zweck. Der Zweck ist die Zerstörung der Mitte-Parteien. Die Menschenfeindlichkeit, die hier zum Ausdruck gelangt , ist erschreckend. Diesbezüglich drückt klar das unsägliche Blocher-Prinzip durch. Auch werden Menschen nach diesem Prinzip nie gelobt, man erwartet, dass sie gehorchen und ihren Auftrag erfüllen.“ Blocher lebe sein „schauriges Prinzip“ bis zum „Exzess“ aus. Wagner: „Man betrachte dessen Kinder. Sind das entwickelte Persönlichkeiten oder präsentiert sich der geklonte Vater? Man betrachte die Sendung «Reporter» des Schweizer Fernsehens vom 29. 12. 2010 unter dem Titel «Der unaufhaltsame Aufstieg der Magdalena Blocher». Wer würde sich in einem modernen Betrieb erdreisten, Leute so zu führen wie die Blocher-Tochter? Mit Repression, Angstmacherei und totaler Blossstellung? Man schaue nur in die Gesichter der bemitleidenswerten Kaderleute der EMS-Chemie. Zaghaft bezeichnet das Schweizer Fernsehen das Verhalten der Blocher-Tochter als «genbedingt». Nennen wir es doch beim Namen: Hier kommt allein der geklonte Vater zum Vorschein.“ Im Gastkommentar im „Sonntag“ heisst es ferner: „Wir warten in Basel auf eine Initiative, die es dem FC Basel verbietet, in der Saison 2011/2012 in der Champions League zu spielen. Es könnten ja ausländische Fans kommen, die dann die Züge und den Strassenverkehr überlasten. Die SVP hat sich mit ihren inakzeptablen Provokationen und ihrer schädlichen Isolationspolitik selber überlebt. Die FDP ist die Partei der Zukunft, sie hat herausragende Persönlichkeiten, welche die anstehenden Herausforderungen zu meistern in der Lage sind.“ Internes Memo belegt: Lidl zieht in der Schweiz die Expansions-Bremse WEINFELDEN Diese Woche eröffnete Lidl feierlich seine ersten vier Filialen im Tessin. Doch beim deutschen Harddiscounter gibt es grössere Probleme bei der Logistik und bei der Personalrekrutierung, wie die Zeitung „Der Sonntag“ berichtet. Waren treffen zuweilen mit Verspätung ein, Lieferprozesse werden oft geändert, und in den Filialen fehlt es an Mitarbeitern. Nun zogen die Verantwortlichen in Deutschland die Notbremse. «Der Sonntag» hat Kenntnis von einem internen Memo. Darin verordnet das Mutterhaus in Neckarsulm der Schweizer Tochter einen Expansionsunterbruch wegen der Probleme bei den Logistikprozessen. Demnach dauert die Verschnaufpause mindestens zwei Monate. Das mag nach wenig erscheinen. Doch die Intervention zeigt, dass die Warnzeichen in Deutschland angekommen sind. Bei Lidl heisst es, man wisse nichts von diesem Memo. Stattdessen spricht man von einer «Sommerpause». Dies mache Sinn, weil viele Leute dann sowieso in den Ferien seien. Wie lange diese dauert, wird jedoch nicht verraten: «Sie werden Verständnis haben, dass wir uns zur Detailplanung in der Öffentlichkeit nach wie vor nicht äussern», schreibt Lidl. Das Warenverteilzentrum Weinfelden habe ausreichende Kapazitäten, um die weitere Expansion zu begleiten. «Wir befinden uns somit absolut auf Kurs.» Zweifel sind jedoch angebracht. Das zweite geplante Verteilungszentrum in Sévaz FR ist noch immer nicht in Betrieb. Und in verschiedenen Gemeinden lassen die Neueröffnungen auf sich warten. Zudem steht es anscheinend nicht sehr gut um die Stimmung beim Personal. In den letzten Monaten sickerten zahlreiche Kader-Abgänge an die Öffentlichkeit. Laut Insidern gab es kürzlich weitere Kündigungen. Nach Fukushima: Solarboom bei Jumbo, Coop und Ikea – 360 Prozent mehr Zellen verkauft ZÜRICH Das aktuelle energiepolitische Umdenken hat auch Auswirkung auf die Konsumenten. Wie eine Umfrage der Zeitung „Der Sonntag“ bei den grossen Bau- und Heimmärkten zeigt, erleben Solarprodukte zurzeit einen Boom,. «Die Umsatzzunahme von Januar bis April gegenüber dem Vorjahr beträgt satte 360 Prozent», sagt Jumbo-Sprecher Massimo Moretti im „Sonntag“. Die grössere Nachfrage könne in Ausnahmefällen gar zu Engpässen führen. Im März habe man das Sortiment nochmals erweitert. Die Solarpanels können etwa im Gartenhäuschen, im Wohnmobil oder auf dem Boot eingesetzt werden. Sie wandeln das Sonnenlicht in Strom um, zum Beispiel für den Betrieb von Lampen, kleinen Fernsehgeräten oder Ventilatoren. Nebst dem grünen Gewissen gibt es weitere Vorteile: «Der Kunde spart sich damit Kosten und das komplizierte Verlegen von Stromanschlüssen», sagt Moretti. Richtig montiert, können die Panels in den Stromkreislauf des eigenen Hauses eingespeist werden, wodurch sich der teure Stromverbrauch reduziert. Besonders gefragt seien einfach bedienbare Anlagen, die schnell installiert werden können und ohne komplizierte Montage-Anleitung auskommen. Auch Hornbach, Obi und Coop Bau+ Hobby spüren – nicht zuletzt seit der AKW-Katastrophe in Fukushima – das gestiegene Interesse bei der Kundschaft. Coop Bau+Hobby führt in erster Linie Solarpanels zur Warmwasseraufbereitung. Laut einer Sprecherin füllen seit Fukushima «gut doppelt so viele Interessenten die Formulare für eine Offertenerstellung aus». Nun prüfe man, auch Photovoltaikanlagen zur Stromerzeugung ins Sortiment aufzunehmen, schreibt der „Sonntag“. Bei Ikea sind vor allem die Solaraussenleuchten gefragt, zum Beispiel für den Balkon oder die Gartenterrasse. Es gibt sie schon ab 15 Franken. Die Verkäufe liegen zurzeit 30 Prozent über Vorjahr. Wegen Atom-Ausstieg: 15 Probebohrungen für Geothermie geplant Baden. Nach den Plänen von sieben Schweizer Stromversorgern hat Geothermie das Potenzial, bis 2050 die AKW-Lücke zu stopfen. Trotz des Erdbebens, welches das Basler Geothermieprojekt 2006 ausgelöst hatte, planen sie bis 2018 in der ganzen Schweiz 15 Bohrungen bis in fünf Kilometer Tiefe, wie die Zeitung «Der Sonntag» berichtet. «Bis 2050 könnte ein Potenzial für Geothermie-Kraftwerke erschlossen werden, das die Produktion von bis zu 17 Milliarden Kilowattstunden Strom ermöglicht», sagt Peter Meier, Geschäftsführer von Geo-Energie Suisse gegenüber «Der Sonntag». Dies entspricht der Jahresproduktion der AKW Mühleberg, Beznau I und II sowie Gösgen. Das Vorhaben wird getragen von den Stadtwerken Basel, Bern und Zürich sowie der Elektra Baselland, der Westschweizer EOS und der Tessiner AET. An den Kosten von 700 Millionen Franken für die Standortsuche sowie für fünf Pilotkraftwerke sollen sich der Bund und die Kantone beteiligen, fordert Peter Meier. CVP-Nationalrätin Kathy Riklin, Präsidentin der Vereinigung für Geothermie, will deshalb einen Förderplan für Geothermie. «Für die Bohrungen der Nagra für ein Atommülllager haben wir bereits rund eine Milliarde Franken ausgegeben», so ihr Argument. FDP-Nationalrat Georges Theiler wird zudem im Juni eine Motion für eine «Tiefengeothermie-Offensive» einreichen. Darin verlangt er die Gründung einer «Taskforce Tiefengeothermie», die Unterstützung der Standortsuche sowie während sechs Jahren 120 Millionen Franken für angewandte Geothermie-Forschung. Entlassene klagen gegen Stöcklin Logistik AESCH BL. Wegen des schlechten Eurokurses senkte die Firma Stöcklin Logistik aus Aesch BL im September die Löhne von 120 Mitarbeitern aus Deutschland und Frankreich um 6 Prozent. Wer nicht zustimmte, wurde entlassen. Nun haben sechs französische Grenzgänger am Bezirksgericht Arlesheim Klage wegen missbräuchlicher Kündigung eingereicht. Das bestätigen der Grenzgängerverein CDTF und die Gewerkschaft Unia, welche die Kläger vertreten, gegenüber der Zeitung «Der Sonntag». Die Kläger verlangen eine Entschädigung in der Höhe von sechs Monatslöhnen. Eine Schlichtungsverhandlung verlief letzten Donnerstag ergebnislos. Im Sommer kommt es nun zum Gerichtsverfahren. Mehr Themen finden Sie in der gedruckten Ausgabe oder über E-Paper! |



