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GC dient Skibbe als Neuanfang
Von Christian Finkbeiner
Samstag, 15. Juni 2013 23:30
Michael Skibbe war seit November 2012 vereinslos. Foto: Keystone
Zwei Wochen nach dem fluchtartigen Abgang von Uli Forte präsentieren die Grasshoppers den prominenten Nachfolger: Der langjährige Bundesliga-Trainer Michael Skibbe (47) unterschrieb einen Einjahresvertrag.

Nachdem sich GC vergeblich um Aaraus Coach René Weiler bemüht hatte, kursierten in diversen Medien seit Tagen die Namen von Martin Andermatt (Ex-Bellinzona), Pierre-André Schürmann (Ex-Sion) oder Heiko Vogel (Ex-Basel). Die Verhandlungen mit Skibbe hingegen wurden erst öffentlich, als der Entscheid vom Verwaltungsrat der Hoppers bereits gefällt war. Die Wahl passt ins Schema des finanziell nach wie vor eingeschränkten Rekordmeisters. Der seit über sieben Monaten arbeitslose Trainer akzeptierte die leistungsbezogene Offerte und ist offenkundig bereit, den von GC proklamierten Weg («Hoffnungsvolle Talente einbauen») fortzusetzen.

André Dosé, als Präsident zusammen mit Sportchef Dragan Rapic federführend beim Engagement von Skibbe, freut sich auf den erfahrenen Ausbildner: «Mit ihm gewinnen wir einen Mann, der viele Jahre im Nachwuchsfussball als Trainer tätig war und es später auch als Profitrainer immer wieder verstand, hoffnungsvolle Talente in den Spitzenfussball einzubinden.» Für die beiden führenden GC-Exponenten war auch der Erfahrungsschatz des gebürtigen Gelsenkircheners ausschlaggebend.

So freundlich die handelsüblichen Empfangsbotschaften ausfielen, so klar ist: Auf Skibbe kommen komplizierte Aufgaben zu, die mögliche Fallhöhe ist beträchtlich. Der Deutsche wird mit einem qualitativ vergleichsweise knapp bemessenen Kader versuchen müssen, in der schwierigen Champions-League-Qualifikation zu bestehen. Spätestens nach dem Cupsieg sind die Erwartungen im und ausserhalb des Campus markant gestiegen. Die Ansprüche sind womöglich höher als das Budget für die kommende Spielzeit.

Aus der Optik von Skibbe bedeutet GC die Chance zum Neuanfang in (medialer) Reichweite seiner alten Heimat. Seine letzten beiden Posten in der Türkei und in Berlin musste er frühzeitig räumen. Bei Kardemir Karabükspor wurde Skibbe am 10. Spieltag entlassen, die Hertha trennte sich nach lediglich 41 Amtstagen und fünf Niederlagen rekordverdächtig schnell von ihm. Während seines dreijährigen Engagements in Leverkusen verpasste Skibbe mit Bayer trotz ansprechender Mittel die Qualifikation für die Champions League. Bei Galatasaray und Frankfurt hinterliess er ebenfalls wenig Spuren. Seine beste Zeit auf Klubebene liegt rund 15 Jahre zurück, als er von den Amateuren Dortmunds nach der Freistellung von Nevio Scala zum Chef aufstieg und die Borussia auf Platz 4 führte. International sorgte Skibbe an der Seite von Rudi Völler für Schlagzeilen. Das Duo führte die DFB-Auswahl 2002 in den WM-Final. Nach dem Out in der EM-Vorrunde in Portugal traten beide zurück.

Skibbe leitet morgen in Niederhasli das erste Training hinsichtlich der kommenden Saison. Die Super League beginnt für die Grasshoppers am 14. Juli in St. Gallen. Im ersten Heimspiel am 20. Juli empfangen sie Meister Basel.

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